 Verwandlung: Aus Studenten werden Legionäre! |
REGENSBURG. Zehn Männer in römischen Tuniken, Spangenrüstungen und genagelten Schnürstiefeln, bewaffnet mit Schwertern und Wurflanzen, bepackt mit Schilden und Proviant ziehen vom 4. August bis zum 5. September von Carnuntum nach Castra Regina. Es sind Studenten und Doktoranden des Lehrstuhls für Alte Geschichte an der Universität Regensburg.
Sie untersuchen mit ihrem Legionärsmarsch, wie Mensch und Material vor rund 1800 Jahren mit den physischen und psychischen Belastungen einer Truppenverlegung zurechtgekommen sind. Pro Tag wollen die Regensburger Legionäre etwa 15 bis 25 Kilometer auf den Spuren der römischen Limesstraße entlang der Donau zurücklegen, zu Fuß und in der Ausrüstung eines Legionärs zur Zeit des römischen Kaisers Gallienus (3. Jahrhundert n. Chr.) Neben den jungen Männern aus Regensburg marschiert auch ein Metallurge aus dem Saarland mit, der die Rüstungen und die Waffen der Legionäre betreut. Wissenschaftlich beteiligen sich außer der Uni Regensburg auch die Universitäten Passau und Augsburg am Projekt.
Der Römermarsch ist nicht das erste Projekt des Lehrstuhls auf dem Gebiet der „experimentellen Archäologie“, die geisteswissenschaftliche Forschung mit naturwissenschaftlichen Arbeitsweisen verknüpft. Bereits 2004 überquerte eine Gruppe von studentischen Legionären die Alpen, 2006 startete die „Regina“, der Nachbau eines römischen Ruderschiffs, zu einer mehrwöchigen Exkursion von Regensburg nach Budapest.